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Die Wettbörse
Eine Wette ist die Austragung einer Meinungsverschiedenheit von zwei Parteien über den Ausgang eines Ereignisses. Bei der konventionellen Wettform wird die Wette vom Buchmacher (Verkäufer) angeboten, wobei er die Quote vorgibt. Das Risiko, den Gewinn auszahlen zu müssen, trägt der Buchmacher und derjenige, der die Wette annimmt (Käufer) riskiert lediglich seinen Einsatz. Sind die Wetten platziert, gibt es kein Zurück mehr und man kann auf den Verlauf der Wette auch keinen Einfluss mehr nehmen
Anders ist es hingegen bei einer Wettbörse, denn hier kann man mit der Back-Wette nicht nur auf das Eintreten eines Ereignisses wetten, sondern mit der Lay-Wette auch darauf, dass dieses Ereignis nicht eintritt. Die Back-Wette ist die Wette des Käufers und die Lay-Wette die des Verkäufers, welches der Funktion des Buchmachers entspricht. Jeder kann Verkäufer oder auch Käufer sein. Der Verkäufer kann eine Wette zum Verkauf anbieten oder das Angebot eines Käufers annehmen. Der Käufer kann das Angebot eines Verkäufers annehmen oder mit einem Kaufgesuch einen Verkäufer suchen, der dagegen hält und das Risiko übernimmt. Jeder kann somit wählen, ob er ein Angebot annimmt oder selber ein Angebot macht. Die Wettbörse übernimmt sozusagen die Rolle eines Treuhänders. Sie kassiert die Einsätze und zahlt die Gewinne aus. Ebenfalls übernimmt sie die Aufgabe, zu jedem Ereignis von allen Angeboten das jeweils günstigste anzubieten. Die Quoten werden nicht, wie beim Buchmacher, anhand von Wahrscheinlichkeiten berechnet, sondern sie ergeben sich aus den Einschätzungen der Mitspieler und deren Risikobereitschaft. Das bedeutet, dass durch Fehleinschätzungen einzelner Mitspieler nicht selten Quoten angeboten werden, von denen man bei einem Buchmacher nur träumen kann.
Als Anfänger sollte man sich vorerst damit begnügen, angebotene Wetten anzunehmen und erst dann eigene Angebote zu erstellen, wenn man bereits Erfahrungen gesammelt hat.
Um Ihnen nun den Unterschied zwischen einer Wette beim Buchmacher und einer Wette an der Wettbörse zu verdeutlichen, spielen wir die Möglichkeiten am Beispiel einer Fußballbegegnung durch. Bedingung ist, dass es sich um eine IN-PLAY Wette handelt, bei der Sie während des Spiels noch Wetten platzieren können.
Beispiel 1 ( Wie beim Buchmacher )
Sie sind ein Fan von Gladbach und setzen, wie beim Buchmacher, 100,- Euro auf den Sieg der Gladbacher mit der Quote 2.7 (Backwette) und wenn Gladbach gewinnt, erhalten Sie 270,- Euro. Abzüglich Ihres Einsatzes von 100,- Euro verbleibt Ihnen ein Gewinn von 170,- Euro. Bei einem Sieg der Bayern oder bei einem Unentschieden verlieren Sie allerdings unwiderruflich Ihren Einsatz von 100.- Euro.
Beispiel 2 ( Bei der Wettbörse)
Sie haben 100,- Euro mit einer Quote von 2.7 (Beispiel 1 Backwette)) auf den Sieg der Gladbacher gesetzt. Die Münchner legen nun aber vor und Sie werden Ihre Wette verlieren. Beim Buchmacher hätten Sie jetzt unwiderruflich 100,- Euro verloren.
Bei der Wettbörse setzen Sie nun 30,68 Euro ( zur Berechnung des Einsatzes gibt es eine einfache Formel ) mit der Quote 8.8 darauf, dass die Gladbacher nicht gewinnen. Das ist die Laywette)
Wenn Gladbach verliert, haben Sie den Einsatz von 100.- Euro verloren, erhalten aber aus der Lay-Wette einen Gewinn von 30,68 Euro (Ihr Einsatz), sodaß Ihr Verlust nur noch 69,32 Euro beträgt.
Ihr Verlust beträgt nur noch 69,32 Euro. Beim Buchmacher hätten Sie 100.- Euro verloren.
Sie können statt dessen aber auch darauf wetten, dass die Bayern nicht gewinnen. Das geschieht über die Lay-Wette. Damit schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe, denn Sie gewinnen, wenn Gladbach siegt oder bei einem Unentschieden. Nur wenn die Bayern gewinnen, haben Sie verloren, aber das hätten Sie auch, wenn Sie auf den Sieg der Gladbacher gesetzt hätten.
Dieses ist nur eine Beispielrechnung, die aufzeigen soll, dass eine Wette bei einer Wettbörse in jedem Falle der bei einem Buchmacher vorzuziehen ist.
Es gibt also keinen vernünftigen Grund, bei einem Buchmacher zu wetten.
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